Das Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie in Frankfurt am Main ist mit seinen über 150 Mitarbeiter*innen ein weltweit führendes Forschungsinstitut im Bereich der juristischen Grundlagenforschung. Seine drei Abteilungen mit über 70 Wissenschaftler*innen, die herausragenden Bestände seiner Spezialbibliothek und seine zahlreichen nationalen wie internationalen Kooperationen machen es zu einem Knotenpunkt des globalen Wissenschaftsaustauschs für diejenigen, die sich für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft rechtlicher Ordnungen interessieren.


Wir suchen ab Juli 2024

Drei Doktorand*innen (m/w/d)

zur Mitarbeit in der neuen Forschungsgruppe

„The Hidden Heritage of the European Union: the Legacy of the Law of the League of Nations“

unter der Leitung von Dr. Michel Erpelding

Die Forschungsgruppe

Konventionelle Darstellungen der europäischen Integration unterstreichen meist die Neuartigkeit und den „sui generis“-Charakter des in diesem Zusammenhang entwickelten supranationalen Rechts. Dabei heben sie vor allem Unterschiede zu früheren Formen der internationalen und regionalen Integration hervor. In der neueren Forschung wird diese Auffassung jedoch in Frage gestellt, da bereits in der Zwischenkriegszeit Formen von supranationalem Recht und Institutionen existierten, insbesondere innerhalb des Völkerbundes und der mit ihm direkt oder indirekt verbundenen internationalen Institutionen sowohl in Europa (z.B. in Danzig, der Saar, oder Oberschlesien...) als auch in (semi-)kolonialen Kontexten (z.B. Völkerbundmandate, internationale Städte, Protektorate...). Das Hauptziel der Forschungsgruppe ist die Erforschung der Kontinuitäten und Diskontinuitäten zwischen dem Recht dieser Institutionen der Zwischenkriegszeit und dem im Kontext der europäischen Integration entstandenen Recht. Zu diesem Zweck wird die Gruppe nicht nur die relevanten Institutionen und die von ihnen geschaffenen Normen in den Blick nehmen, sondern auch die Akteur*innen, die diese Normen entwickelten und anwandten, sei es als Jurist*innen oder als „subalterne“ Einzelpersonen oder Gruppen.

Mögliche Forschungsthemen, die idealerweise sowohl die Zwischenkriegszeit als auch die Frühphase der europäischen Integration umfassen sollten, sind u.a.:

  • das Recht und die Praxis von/vor/gegenüber supranationalen Institutionen (einschließlich der Gerichte);
  • den Schutz und die Vertretung der Arbeitnehmer*innen;
  • die Rolle der Internationalen Handelskammer;
  • die Beziehung zwischen regionaler Integration und globaler Handelsliberalisierung.

Ihre Aufgaben

Ihre Hauptaufgabe besteht in der Vorbereitung und Fertigstellung einer Dissertation im Rahmen der zentralen Zielsetzung der Forschungsgruppe, möglicherweise (aber nicht ausschließlich) im Zusammenhang mit einem der oben genannten Forschungsthemen. Darüber hinaus wird von Ihnen erwartet, dass Sie Ihre Forschungsergebnisse in enger Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern der Forschungsgruppe veröffentlichen und verbreiten, einschließlich der Bereitstellung von Daten in einem Online-Repository.

Ihr Profil

Vorausgesetzt wird ein mit weit überdurchschnittlichem Erfolg abgeschlossenes Hochschulstudium der Rechts-, Geistes- oder Sozialwissenschaften. Sie verfügen über sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift und beherrschen Französisch oder Deutsch. Die Kenntnis weiterer für das Projekt relevanter Sprachen (z.B. Arabisch, Italienisch, Polnisch, Spanisch...) ist keine Voraussetzung, wird aber als Vorteil angesehen.

Ihr Lebenslauf lässt das Potenzial erkennen, Forschung auf international hohem Niveau zu betreiben. Sie arbeiten selbstständig und bringen ein starkes Interesse an interdisziplinärem, archivarischem und vergleichendem Arbeiten mit. Sie sind in der Lage, eine aktive Rolle in der Forschungsgruppe zu übernehmen.

Unser Angebot

Sie erwartet eine anspruchsvolle und vielseitige Tätigkeit in einem internationalen Forschungsumfeld mit hervorragender Infrastruktur und gutem Arbeitsklima. Wir bieten Ihnen eine befristete Vollzeitstelle (derzeit 39 Stunden/Woche) mit Dienstort Frankfurt/Main; mobiles Arbeiten ist derzeit grundsätzlich mit einem prozentualen Anteil von bis zu 40 % pro Monat möglich. Die monatliche Vergütung beträgt zum gegenwärtigen Zeitpunkt 3.000 € brutto. Dies entspricht, je nach familiären Umständen, einer Nettovergütung von ca. 2.045 € plus einer Jahressonderzahlung. Die Stelle ist auf drei Jahre befristet; in Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit einer Verlängerung um ein Jahr. Eine Lehrverpflichtung besteht nicht; wenn gewünscht, wird Teilnahme an der Lehre unterstützt.

Für Ihre Promotion haben Sie unbegrenzten Zugang zu einer weltweit renommierten Spezialbibliothek und Zugriff auf eine Vielzahl von Datenbänken. Sie bekommen einen Arbeitsplatz gestellt und erhalten umfassende akademische und administrative Unterstützung. Wir gewähren großzügige Finanzierung für Forschungsaufenthalte in Archiven und Bibliotheken sowie für die Teilnahme an auswärtigen Konferenzen und Fachtagungen. Es bestehen weitreichende Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Weiterbildung. Bei Bedarf können Kurse zum Erlernen der deutschen Sprache finanziert werden.

Die Max-Planck-Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter sind ausdrücklich erwünscht. Ferner will die Max-Planck-Gesellschaft den Anteil von Frauen in den Bereichen erhöhen, in denen sie unterrepräsentiert sind. Frauen werden deshalb ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben. Die Max-Planck-Gesellschaft strebt nach Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt. Wir begrüßen Bewerbungen jedes Hintergrunds.


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